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Vision Board | Wie dein Gehirn deine Zukunft formt, bevor sie beginnt

  • Autorenbild: B BS
    B BS
  • 10. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Journaling, Frau, Laptop, Mentaloverload, Mentalhealth

Ich erinnere mich noch sehr gut an eine meiner Klientinnen. Sie war erfolgreich, strukturiert und immer in Bewegung...und da platzte es in einer Session aus ihr heraus: „Ich habe Ziele, aber ich habe kein Gefühl dafür, wie ich sie wirklich erreichen kann.“

Das ist der Moment, in dem ein Vision Board mehr ist als nur ein kreatives Bastelprojekt. Es ist ein Werkzeug, das Methode, Motivation und neuropsychologische Wirkung miteinander verbindet.

Was ist ein Vision Board?

Ein Vision Board ist eine visuelle Collage aus Bildern, Worten, Symbolen oder kurzen Aussagen, die deine tieferen Wünsche, Sehnsüchte und Zukunftsvisionen repräsentieren. Anders als eine To-do-Liste geht es nicht allein um konkrete Schritte oder Fristen, sondern um Zustände und Erfahrungen, die du fühlen willst. Du sagst deinem Gehirn nicht nur was, sondern auch wie du leben möchtest.

Im Kern ist ein Vision Board eine Visuelle Manifestation deiner inneren Vision: konkret, emotional und persönlich.


Wozu benötige ich ein Vision Board?

Viele meiner Coachees sind absolute Overperformerinnen, würden sich selbst aber niemals als Solche bezeichnen: Sie planen akribisch, handeln effizient und denken strukturiert... und dann gibt es da ja immer auch noch den Plan B...Plan C... 😉 Doch oft fehlt genau die Verbindung zwischen wissen, fühlen und handeln. Genau hier setzt ein Vision Board an.

Ein Vision Board hilft dir dabei,

  • klar zu sehen, was du wirklich willst. Jenseits von „sollte“ und „muss“

  • emotionale Resonanz zu erzeugen, die Entscheidungskraft stärkt

  • deinen Fokus im Alltag zu stabilisieren, gerade wenn Ablenkung und Belastung hoch sind

  • Unterbewusstsein und bewusste Zielsetzung zu verknüpfen

Indem du am Besten täglich dein Vision Board immer wieder mal betrachtest, schärfst du deine Aufmerksamkeit für Chancen, die vorher unsichtbar waren. Ein Effekt, den die Neurowissenschaft bestätigt.

Wie tickt unser Gehirn dahingehend?

Die Wirkung von Vision Boards ist kein Mythos. Sie lässt sich neuropsychologisch erklären:


1. Unser Gehirn verarbeitet Bilder schneller als Worte

Visuelle Informationen werden im Gehirn deutlich schneller und direkter verarbeitet als Text. Bilder haben eine direkte Verbindung zu Emotion und Bedeutung und damit zu Motivation und Verhalten.


2. Aktivierung des Retikulären Aktivierungssystems (RAS)

Das retikuläre Aktivierungssystem ist ein Netzwerk im Hirnstamm, das entscheidet, welche Informationen unser Bewusstsein erreichen. Ein Vision Board “trainiert” dieses System: Du siehst wiederkehrend genau jene Bilder und Symbole, die mit deinen Zielen verknüpft sind – und dein Gehirn beginnt unbewusst, relevante Informationen, Chancen oder Wege zu filtern.


3. Mentales Training aktiviert reale neuronale Netzwerke

Zahlreiche Studien zeigen, dass Mentales Training (also das bildliche Vorwegnehmen einer Handlung) dieselben neuronalen Pfade aktiviert wie das tatsächliche Erleben. Zum Beispiel zeigen fMRT-Untersuchungen: Wenn Menschen sich eine Bewegung vorstellen (etwa Freiwürfe im Basketball), werden ähnliche Hirnareale aktiviert wie bei der realen Ausführung.


4. Visualisierung verbindet Emotion und Verhalten

Psychologische Forschung betont, dass Visualisierung die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass wir uns mit unseren Zielen emotional verbinden. Diese emotionale Relevanz ist ein zentraler Faktor für nachhaltige Motivation und Verhalten.

Kurz gesagt: Dein Gehirn nimmt visuelle Vorstellungen ernst. Es „plant“ sie, als wären sie real. Und das erhöht deine Chance, deine Vision in konkrete Schritte zu übersetzen.

Wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse.


Damit der Effekt eines Vision Boards nicht im Esoterischen hängt, lohnt es sich, die Mechanismen klar zu benennen:

  • Studien zur Zielsetzung zeigen, dass Menschen, die Ziele konkret formulieren und visualisieren, deutlich häufiger dranbleiben und Ergebnisse erzielen.

  • Forschung zur mentalen Visualisierung belegt, dass mentale Bilder neuronale Aktivität in Regionsmustern erzeugen, die denen realer Erfahrungen stark ähneln. Ein Effekt, der Motivation und Leistung unterstützt.

  • Psychologische Analyse zur Zielerreichung zeigt, dass mentale Prozesse wie „mental contrasting“, also die Vorstellung des Zieles und der möglichen Hindernisse, die Erfolgsrate deutlich steigern.


Meine Erfahrung aus Coaching-Praxis

In über zahlreichen Coaching-Prozessen habe ich erlebt: Es sind nicht nur Bilder, die wirken...es ist die emotionale Resonanz dahinter. Ein Vision Board entfaltet seine Kraft, wenn es nicht „schön“ oder „perfekt“ ist, sondern ehrlich.


Ein Vision Board, das deine Angst, deine Sehnsucht und deine Werte widerspiegelt, wird dich täglich emotional „anklopfen“ und genau das bringt Veränderung in Bewegung.

Das ist kein Zufall. Es ist Neuropsychologie, gepaart mit Selbstführung.


Mein Fazit

Ein Vision Board ist kein magisches Rezept, aber ein wissenschaftlich erklärtes, neurobiologisch wirksames Werkzeug, um deine innere Orientierung zu schärfen. Es verbindet dein Denken, Fühlen und Entscheiden auf einer Ebene, die rationale Planung allein selten erreicht.


Wenn du spürst, dass du eine klare innere Richtung brauchst, beginne nicht mit dem nächsten Schritt. Beginne mit einem klaren Bild deiner Zukunft.

Denn Veränderung beginnt im Geist und formt erst dann deine Realität. Herzlichst

Britta Bornmann



„Manches liest du, anderes spürst du. Vielleicht war heute etwas dabei, das nachwirkt.“

 
 
 

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